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02.10.2025
Materialien für Batterien können wiederverwertet werden
Der Vorstand des Regionalvereins Öisi Aare Niederamt unternahm eine Bildungsreise zur Firma Batrec in Wimmis BE. Dort zeigte sich, dass 90 bis 95 % der Metalle aus Batterien wiederverwertet werden können. Das Verfahren trägt dazu bei, natürliche Ressourcen zu schonen und die mit dem Abbau verbundenen negativen Auswirkungen zu vermeinden – wenn sich alle an das Sammeln der Recycling-Materialien halten.
Der Vorstand des Regionalvereins Öisi Aare Niederamt samt Anhang bildete sich zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte weiter; dies auf eigene Rechnung. Vorstandsmitglied Martin Widmer, beruflich selber im Recycling-Wesen tätig, organisierte eine Tagesreise ins bernische Wimmis, wo sich die Gelegenheit bot, die Firma Batrec kennenzulernen. Das Schweizer Unternehmen hat sich auf das Recycling von industriellen Sonderabfällen spezialisiert. Dazu zählen die Wiederverwertung von Batterien, das Unschädlich-Machen von Quecksilber sowie die Reaktivierung gebrauchter Aktivkohle, wie Niklaus Maurer, Leiter Qualität und Umwelt bei Batrec, auf seiner Führung erklärte.
Aktivkohle, Quecksilber, Batterien
Die Reaktivierung von Aktivkohle, so Maurer, vermeide den Gebrauch von Rohstoffen wie Steinkohle und neutralisiere die CO2-Emissionen, die mit der Produktion und dem Transport dieser Stoffe verbunden sei. Quecksilber, das einzige Metall, das bei Zimmertemperatur flüssig ist, wird mit Schwefel versehen und zu seinem Ursprungsprodukt Quecksilbersulfid, auch Zinnober genannt, zurückverwandelt. Dieses rote Granulat werde anschliessend der End-Entsorgung in einem Salzbergwerk zugeführt. «Seit 2016 wurden durch unsere Anlage mehr als 3'000 Tonnen Quecksilber aus dem Verkehr genommen», erklärte Maurer.
Und schliesslich werden alle Arten von Batterien, die im Rahmen des INOBAT-Systems gesammelt werden, aussortiert und behandelt. Einerseits werden klassische Batterien wie Alkaline-AAA, Knopfzellen oder Primär-Lithium-Batterien (zum Beispiel aus Notbeleuchtungen oder Funkgeräten) eingeschmolzen, wobei Eisen, Mangan und Zink zurückgewonnen werden. Andererseits werden Sekundär-Lithium-Akkus (beispielsweise aus E-Zigaretten, Handy-Akkus, Batterien in E-Bikes und Notebooks) von Hand sortiert, entladen und in ihre Bestandteile getrennt, wie Maurer ausführte. Aus zerschnittenen Lithium-Akkus – rund 90 % – können so Schwarzmasse (Graphit, Lithium, Nickel und Kobalt), Eisen, Aluminium und Kupfer gewonnen werden. Die restlichen 5 bis 7 % teilen sich auf in diverse Kunststoffe, die nicht wiederverwertet werden können. Pro Jahr werden rund 9’549 Tonnen Batterien verkauft, und zirka 3'264 Tonnen davon – 34.2 % – fliessen in die etwa 11'000 Sammelstellen in der Schweiz zurück. Auch wenn manche Akkus langlebig sind, hat es also noch gewaltig Luft nach oben…
Organisator Martin Widmer kommentierte diesen Bildungsausflug wie folgt: «Es hat sich gezeigt, dass viele Metalle durch diese Verfahren zurückgewonnen werden können und so deutlich weniger Metalle importiert werden müssten.» Und Vereinspräsident Daniel Gubler meinte: «Mich hat der Riesen-Aufwand fasziniert, den es braucht, um die Ausgangsmetalle zurückzugewinnen. Und ich verstehe nicht, weshalb man die Materialien nicht wiederverwertet, wenn man die Ausgangsstoffe wieder gebrauchen kann. Mein Fazit lautet: Batterien gehören definitiv nicht in den Haushalt-Abfall, sondern ins Recycling.» (mgt)
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